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Testament

Testament

Tritt in einer Familie ein Todesfall ein, so stellt sich sehr bald auch die Frage, wer den Nachlass des Verstorbenen erben soll. Um Missverständnisse, Spannungen und Streitigkeiten zu vermeiden und zum konkreten Schutz von Nahestehenden (z.B. kinderlose Ehepartner, Lebensgefährten) sollte man möglichst frühzeitig ein Testament verfassen, das den letzten Willen eindeutig regelt. Dabei gilt es, einige Regeln zu beachten, damit das Dokument auch gültig ist. Letzte Sicherheit in allen Fragen rund um das Erbrecht kann allerdings nur der Rat eines Rechtsanwalts oder Notars geben.

Das Privattestament
Das Privattestament muss eigenhändig und handschriftlich verfasst sein. Es soll erkennen lassen, wann und wo es geschrieben worden ist. Es muss mit der Unterschrift des Verfassers abschließen. Maschinengeschriebene Texte mit Unterschrift oder handgeschriebene Texte ohne Unterschrift sind ungültig. Bei Änderungen empfiehlt es sich, das Testament neu zu schreiben, mindestens aber jede Änderung zu unterschreiben.
Streichungen im Text sollten unterbleiben, sie könnten später als Manipulationen ausgelegt werden.

Das notarielle Testament
Die Abfassung eines Testaments mit notarieller Hilfe empfiehlt sich besonders dann, wenn Vermögensverhältnisse und Familienverhältnisse kompliziert sind oder jemand nicht mehr in der Lage ist, zu schreiben.

Gemeinsames Testament - Testament für Ehepartner
Ehepartner fassen oft ein gemeinsames Testament ab, in dem sie sich gegenseitig als Erben einsetzen. Änderungen sind dann nur gemeinsam möglich.

Inhalt des Testaments
Der Erblasser kann frei entscheiden, wen er als Erben einsetzt. Das können nicht nur eine oder mehrere Personen sein, sondern auch Vereinigungen, Kirchen oder der Staat. Wird durch das Testament die gesetzliche Erbfolge geändert, so haben Kinder und Ehepartner des Verstorbenen trotzdem Anspruch auf Zahlung des Pflichtteils. Aus dem Testament muss die „Erbquote“ hervorgehen, d.h. wer allein oder zu welchem Bruchteil erben soll. Die Kosten der Bestattung tragen die Erben.

Die Testamentseröffnung
Im Sterbefall muss das Testament sofort beim Amtsgericht eingereicht werden. Das Amtsgericht lädt zur Testamentseröffnung alle Personen ein, die im Testa­ment bedacht oder nach dem Gesetz erbberechtigt sind. Jeder, der ein Testa­ment findet, ist verpflichtet, es zur Eröffnung zu geben.

Erbschein
Als amtlicher Nachweis der Erbberechtigung gilt nur der Erbschein, den jeder Erbe beim Amtsgericht beantragen kann. Da bis zur Ausstellung des Erbscheins in der Regel eine längere Zeit vergeht, ist es zweckmäßig, seinem Ehegatten oder einem anderen Erben eine Vollmacht zu erteilen, mit der er über Konten verfügen kann. Die Vollmacht kann so abgefasst werden, dass sie erst mit dem Tod in Kraft tritt.